Das Land, in dem aus Fröschen Prinzen werden…
Mai 4, 2008 von Frau Weitergelesen
Am Samstag reiste ich ins Land der Prinzen. Dort gibt es nur Prinzen und niemals Frösche. Dieser traumhafte Ort ist nur einen Klick entfernt. Um ihn zu bereisen, muss man sich einloggen und einen der zahlreichen Chat-Rooms betreten, in denen sich die Prinzen für gewöhnlich tummeln, wenn sie gerade mal nicht regieren müssen. Na gut. Ich gebe zu, dass ich nicht selber gechattet habe. Das ist nicht mein Metier und ich kann damit nichts anfangen. Ich ließ chatten, bzw. ich las etwas übers Chatten.
Am Samstagmorgen brachte mir der Postbote das Buch „Fake Off!“. Am Spätnachmittag überflog ich die ersten Seiten und las mich prompt fest. Ich erklärte dem Herrn W., dass der Abend für ihn gelaufen sei und ich nicht mehr ansprechbar wäre, bis ich dieses Buch ausgelesen habe. In diesem Buch geht es um Alex, eine attraktive Singlefrau, Anfang vierzig, die ihren Traummann sucht. Als die Suche nach Mr. Right in den einschlägigen Partnerbörsen fehlschlägt, versucht sie ihr Glück in einer Online-Community. Nach einigen Flops scheint sie Mr. Right gefunden zu haben. Roman, ein stilvoller Dichter und Denker, der nicht nimmt, sondern nur gibt – in jeder Beziehung. Wunderschöne Worte verteilt er freigiebig, den materiellen Dingen hat er allerdings völlig abgeschworen, weil sie unfrei und abhängig machen. So taucht er völlig frei und unabhängig – also ohne einen Cent in der Tasche - bei Alex auf. Die Bahnkarte hat ihm Alex bezahlt, um ihm eine zweite Chance zu geben, da das erste Treffen ein Reinfall war. Das zweite Treffen wird nicht besser. Ich werde hier nichts weiter verraten, aber die Art und Weise, wie diese „Beziehung“ scheitert, hat mir einen Zwerchfellmuskelkater beschert.
Eines meiner persönlichen Highlights ist die Stelle, als Roman Sex zum Dessert fordert. Der Mann, der vorher in erotisch aufgeheizten Telefonaten darüber sprach, wie er den Körper seiner Angebetenen zu verwöhnen gedenke und was für ein außergewöhnlicher Liebhaber er sei, agierte wie ein Proll in einem schlechten Schmuddelfilm.
Textauszug aus “Fake Off!”: Ich stelle gerade die Teller zusammen, als ich direkt zwischen meiner Nase und dem Geschirr seinen nackten Penis erblicke, mit dem er vielsagend herumwinkt. So wie man einen Hund mit einem Leckerli lockt. … Was soll das? Was, um alles in der Welt, will er? Soll ich ihm zum Nachtisch einen blasen? Jetzt hier auf der Stelle? Die tropfende Salatschüssel in der Hand und Schnittlauchreste zwischen den Zähnen? Sperma-Vinaigrette 1000 Islands? „Was soll denn das hier werden?“ „Na ein bisschen Sex vielleicht?“ „Aber Roman, so doch nicht!!! Hast du mal was von Stimmung gehört? Ist das deine Art von Erotik? Meine nicht.“ … Jetzt ist er beleidigt. „Na gut. Räum halt erst den Tisch ab und geh ins Bad. Dann gehen wir ins Bett.“ Wohl kaum. Und ebenso kaum lasse ich mich von diesem Ferkel [Anm.: Roman hat eine Wasser- und Seifenphobie] ins Bad schicken. … Nun hockt Roman sauer und ohne Hose, aber mit Zigarette, in der Sofaecke. Sein verschmähter Penis schielt beleidigt unter dem Hemd hervor.“
Ich finde, dass die Story - die ich euch für einen entspannten Nachmittag wirklich empfehlen kann - keinesfalls unrealistisch ist. Ich habe ja neulich erst erwähnt, dass ich bisher relativ streng zwischen der realen und der virtuellen Welt getrennt habe und auch nicht wirklich plane, diese Vorgehensweise zu ändern. Verträumte Sonnenscheinchen wie ich gewähren jemandem, der ihnen sympathisch ist, einen ziemlich großen Vertrauensvorschuss. In der Online-Welt bleibt einem eh nichts anderes übrig, in der normalen Welt meist auch nicht. Dort gibt es jedoch einige Frühwarnsyteme, die online nicht greifen. Leider kann die Sache mit dem Vertrauensvorschuss auch ins Auge gehen. Grund sind die “Wannabe – Fakes“. So werden im Buch all jene bezeichnet, die sich im Internet eine Möchtegern-Identität erschaffen, die leider nicht deckungsgleich mit der tatsächlichen Persönlichkeit ist. Die weiblichen “Wannabe-Fakes” schmücken sich gerne mit klangvollen Nicknames, wie “Zauberelfe”, “Romanic_Fee” oder “Traumprinzessin”. Die Herren des Fakes wählen bekannte Dichter oder Denker als Namenspatron.
An Wesen dieser Art bin ich selber dreimal geraten. Zwei der Fakes waren männlich, einer weiblich. Allerdings ist das nicht ganz so tragisch, weil ich logischerweise nicht auf Partnersuche war/bin und das Ganze auf freundschaftlicher Basis vonstattenging. Dennoch war ich sauer, als ich diese Fakes enttarnt habe. Ich ärgerte mich nicht nur über die Zeit, die ich mit diesen Fakes vertrödelt hatte, sondern auch über die Gefühle, die ich investiert hatte. Der Ehrlichkeit halber muss ich gestehen, dass natürlich auch ich ein kleiner Fake bin. So extrovertiert, wie ich hier in meinem Blog auftrete, bin ich nur sehr selten. Im wahren Leben bin ich eher introvertiert. Tendenziell wird man mich in der zweiten Reihe finden. Dort suche ich mir einen ruhigen Platz, von dem aus ich alles in Ruhe beobachten, und mir meinen Teil dazu denken kann - eben genau so, wie es die verträumten Individualisten machen. Meine extrovertierte Seite lebe ich vornehmlich hier im Blog aus, weshalb der erste Satz meines Gegenübers bei einem realen Treffen sein dürfte: „Oh, ich hätte nicht erwartet, dass du so zurückhaltend bist.“ So. Hiermit habe ich mich selbst enttarnt – schlimmer wird’s nicht mehr.
Und nun seid ihr dran, wenn ihr euch traut. Gibt es bei euch Charakterzüge, die in der virtuellen Welt doch relativ stark von der Wirklichkeit abweichen? Habt ihr schon einmal Online-Bekanntschaften getroffen, von denen ihr euch mehr versprochen habt oder einen Partner über das Internet gesucht, bzw. gefunden? Ich lausche … aufmerksam und wissbegierig.


Ich glaube, das Buch muss ich auch mal lesen. Der Auszug klingt zumindest sehr… amüsant
Ich stehe kurz davor, eine Internet-Bekanntschaft zu treffen und bin sehr gespannt. Da der Prinz vermutlich hier mitliest, werde ich nichts weiter verraten, da es eine Überraschung für den Liebsten wird. Auf jeden Fall bin ich sehr gespannt.
Sicher bietet das Internet ungeahnt viele Möglichkeiten, sich zu verstellen oder nur einen Bruchteil seiner selbst darzustellen. Aber mal ganz ehrlich, wer es drauf anlegt, kriegt das auch im realen Leben hin. Es gibt genug Stories, wo liebende Lebensabschnittsgefährten zu brutalen Ehemännern mutieren oder die liebende Familie nichts von dem Zweit-Leben des Ehegatten und Papis ahnt. Gleiches gilt bestimmt auch für Frauen oder Mütter, die - krass gesagt - auf den Strich gehen, wenn Papi zur Nachtschicht aufbricht und sonst die liebe Hausfrau spielen.
Meiner Meinung nach, ist es weder im realen noch im virtuellen Leben sinnvoll, gleich Vertrauen zu schenken. Das muss erst aufgebaut werden und dazu braucht es Zeit und ein wachsames Auge! In der heutigen Zeit wohl besser ZWEI wachsame Augen!
Sehe ich auch so. Der Textauszug ist sehr amüsant.
Die Sache mit dem Internet…da gibt´s Zeug…nachdem ich 2 Wochen mit einer angeblichen Person weiblichen Geschlechts gechattet habe, stellt sich heraus, dass es ein Mann, von 30 Jahren ist, der zudem noch homophobische Neigungen zeigt. Heidernei, da hat mir die “Ignore List” auch nicht viel weitergeholfen. Viel GLück Ihnen. Mögen Sie ab jetzt verschont bleiben!
“Habt ihr schon einmal Online-Bekanntschaften getroffen, von denen ihr euch mehr versprochen habt oder einen Partner über das Internet gesucht, bzw. gefunden?”
Nunja, das Buch muss ich nicht lesen, denn ich hätte einige von dieser Sorte selbst schreiben können. Das erste Mal habe ich 1998 gechattet und dort bin ich damals “fündig” geworden. 2,5 Jahre Beziehung. Danach noch eine und noch eine, zwischendurch eine Menge “Erfahrungen”. Menschen die kamen und gingen. Fähnchen im Wind, Fakes, Psychopathen, Lügner, Fremdgeher, Perverse - nicht anders, als im normalen Leben auch.
Zwischendurch immer wieder wunderbare Menschen, die auch heute Freunde sind - Freunde per meiner Definition, Menschen, die das Internet nutzen, aber nicht darin leben.
Du erinnerst Dich vielleicht an meinen Beitrag über Süchte? Meine Sucht war das Internet. Auch ich habe mich teilweise für jemanden ausgegeben, der ich gerne gewesen wäre, aber nicht war. Auch ich habe mich in eine Traumwelt geflüchtet und irgendwann nicht mehr gewusst, was real und was surreal ist.
Eine Zeit, in der ich eine Menge über mich selbst herausgefunden habe, eine Zeit, über die ich sehr viel geschrieben habe. Die mich auch einige Jahre gekostet hat, bis sie für mich … “lukrativ” wurde.
Und ElMar? Nun, was soll ich sagen … auch Online gibt es Prinzen, die nach dem ersten Kuss noch besser werden
ich habe eine menge leute im internet kennengelernt. unter anderem meinen besten freund, meine erste grosse liebe und meinen schatz. naja, zur zeit ist sie nicht mein schatz… ich denke es ist wie im leben draussen, man trifft solche und solche. sicher waren da auch mal ein paar ‘nieten’ drunter. aber im endeffekt möchte ich einen grossen teil der menschen nicht mehr missen. sie gehören zu mir wie die freunde die ich nicht durch das internet kennengelernt habe
ob ich selber mal fake war?! ich glaube schon… ich wollte immer anders sein, musste mich selber erstmal kennenlernen und mir eingestehen, dass ich mich mag (was auch heute noch nicht immer der fall ist) mittlerweile weiss ich, dass ich fakes bei mir nicht brauche. entweder man kommt mit mir zurecht oder nicht. wer nicht, hat pech gehabt. die zeiten des verbiegens sind vorbei für mich
Ja, über ein Onlinespiel. Und aus dem Spiel wurde ernst. Aber es funktionierte eben nicht wie in dem Spiel. Gut eine Sache klappte sehr gut, aber das wohl zu wenig für eine Beziehung.
Es gibt aber eine Menge toller Menschen die ich “Online” kennen gelernt habe
das buch klingt in der tat sehr gut, ich glaube das muss ich mir auch mal zulegen (wo ich doch so viel lese in letzter zeit ;-))
und wenn ich es nicht lese, dann schenke ich es eben meiner freundin hihi (oder gibt es das als hörbuch? ;-))
also onlinebekanntschaften habe ich inzwischen einige *winkzuonkelcrosaundgrins* aber partnerschaften hatte ich bisher keine, die durch’s internet entstanden sind. aber ich weiß von freundinnen/bekannten, dass sowas auch gut gehen kann. eine bekannte heiratet dieses jahr nach 3 jahren beziehung ihren “prinzen” es muss also nicht nur schlecht laufen. ich hatte früher (1996/1997) einige blind-dates, die durch internetbekanntschaften in chatrooms entstanden sind. das war sehr spannend, denn da weichten die beschreibungen im netz doch sehr von der realität ab *lach* aber ich glaube das hat sich inzwischen schon was gebessert, weil heute einfach mehr leute das internet nutzen, als früher!
Ich bin ja eigentlich mehr die Krimi-Thriller-Lesende, aber das Buch oben klingt nicht schlecht. Da würde ich sogar mal reingucken.
Einerseits muss ich den anderen zustimmen: es ist virtuell manchmal sicher nicht anders als real.
Aber andererseits ist es doch auch so, dass man sich real mit bestimmten Leuten gar nicht näher abgeben würde, während man es virtuell vllt./manchmal doch tut, eben weil sie sich online ganz anders geben als sie in der Realität wirklich sind.
Mir gehts da auch nicht anders als anderen Leuten: ich habe online ganz tolle, liebe Menschen kennengelernt, aber eben auch Spinner, Lügner, etc.
Natürlich gibts schon Unterschiede - virtuell habe ich keinerlei Probleme, extrovertiert zu sein. Real sieht das schon anders aus. Da bin ich wie Du eher introvertiert. Undenkbar, dass ich auf eine Party mit lauter wildfremden Menschen gehe und erst mal alle fröhlich anquatsche und aufmische!
Sehe mich allerdings deshalb nicht als Fake, denn ich verberge ja nicht, dass ich im eigentlichen Leben eher schüchtern und ruhig bin.
Aber ich war auch schon ein Fake - meist, wenn mich Spinner angeschrieben und genervt haben. Zudem ist der Reiz ja generell da, sich mal für jemanden auszugeben, der man gar nicht ist.
Das Tollste überhaupt habe ich übrigens auch über das Internet kennengelernt: Niels!

)
Es ist durchaus möglich, online den Traumprinzen zu finden - das kann ich aus erster Hand bestätigen.
(Davor hatte ich Beziehungen, die sich aus dem real life ergeben haben. Kenne also beide Varianten.
@ Prinzessin: Sehe ich ein wenig anders. Klar gibt’s die Storys, von denen du erzählst, aber das ist wohl eher die Ausnahme. Nicht die Regel. Wenn ich jemandem gegenüberstehe, kann ich ihm in die Augen sehen. Auf Gestik und Mimik achten. Da lässt man sich – bzw. ich mich – nicht so leicht aufs Glatteis führen.
Na dann viel Spaß bei deinem ersten Treffen.
@ Marco: Böse Überraschung. Da kann ich deinen Wunsch nur zurückgeben und die Daumen drücken, dass dir derartige Fakes erspart bleiben.
@ Meg: Klar erinnere ich mich an diesen Beitrag. Und es freut mich, dass das darin geschilderte Verhalten der Vergangenheit angehört.
ElMar ist ein Online-Prinz? *seufz* Ein modernes Märchen.
@ Tommy: Schön beschrieben „Ich musste mich erstmal kennenlernen…“ Genau so war’s bei mir auch. Angenehme Nebenerscheinung des Älterwerdens.
@ Crosa: Ich denke, zwischen Rollenspielen, chatten und bloggen ist aber nochmal ein gewaltiger Unterschied. Sich in einem Rollenspiel zu verlieren, ist wohl noch viel leichter.
Ja, eine Online-Bekanntschaft, die ich nicht mehr missen möchte, habe ich auch kennenlernen dürfen.
@ Hilli: *lol* Du meinst, die wenigen „Schummler“ fallen im Heer der ehrlichen User weniger auf?
Ich denke, beim Treffen bin ich eher der „altmodische Typ“. Ich muss jemanden sehen und man muss sich – egal ob männlich oder weiblich – sympathisch sein. Alles weitere, ob Freundschaft, lockere Bekanntschaft etc. ergibt sich. Lernt man sich online kennen, hat man schon vorher die Gelegenheit, sich gegenseitig auf Herz und Nieren zu überprüfen. Man erzählt Dinge, die man normalerweise lange unter Verschluss hält. Und dann vor der Person zu stehen und zu denken „Puh, normalerweise hätte ich gerade dir so etwas nicht erzählt“, ist ernüchternd.
@ Steffi: Wie ich schon bei der Prinzessin schrieb, ich denke, es ist wesentlich leichter, die Menschen online aufs Glatteis zu führen – wenn man es drauf anlegt. Sicher gibt es auch in der Realität „Träumer“, die sich ein „A“ für ein „X“ vormachen lassen und hinterher aus allen Wolken fallen, weil man ihnen etwas vorgemacht hat… aber zu dieser Spezies gehöre ich Gott sei Dank nicht. Wenn man in der Lage ist, Worte, Taten, Mimik und Gestik zu überprüfen und zusätzlich auf sein Bauchgefühl zu vertrauen, dann lässt man sich normalerweise nicht so leicht für dumm verkaufen.
Noch eine, die ihren Prinzen aus dem Netz gefischt hat. *seufz* Na ja, ich sagte ja auch nicht, dass es nicht möglich ist. Im Gegenteil. Nirgendwo sind die Chancen größer auf jemanden zu treffen, der auf der gleichen Wellenlänge zu liegen scheint.
Dennoch finde ich besonders die Sache mit den Fakes interessant. Schein und Sein. Ich mag das, auch mal einen Blick auf „die andere Seite“ zu werfen. Auf die Seite, die angeblich keiner hat oder kennt.
Jeder, der ein Blog hat, chattet oder online spielt hat mind. einen Charakterzug an sich, den seine “wahren” Freunde nicht so gut kennen, wie die virtuellen.
An einem bestimmten Punkt sind wir alle Fakes, die Frage ist nur, ob wir damit andere vorsätzlich täuschen oder uns selbst schützen
Das mag schon sein. Sicher ist die Lücke, die diesbezüglich bei manchen Menschen klafft größer, als bei anderen.
Ich bin eh der Meinung, dass man niemanden - und damit meine ich wirklich: niemanden - ganz genau kennt. Es gibt immer - auch im wahren Leben - Situationen, in denen du von Menschen - die du glaubst, gut zu kennen - überrascht wirst. Positiv oder negativ. Ich würde niemals behaupten, dass ich jemanden “genau kenne” und weiß, wie er reagiert. Gleiches gilt für meine Freunde/Bekannten, on- oder offline. Mein Innerstes ist mein (!) Innerstes - unabhängig vom I-Net.
Wozu der Fake? Das wäre ein ganz eigenes Thema…
Das stimmt. Und das ist schon fast Physik
Da sich die meisten Menschen ständig verändern und einem Wandel unterliegen - was ihre Ansichten, Einstellungen, Geschmäcker, Vorlieben, etc. angeht - können wir sie auch nie kennen. Denn das würde voraussetzen, dass wir Hellseher sind
Dennoch kannst Du einen Menschen in der Realität besser “greifen”, denn Du hast seine Mimik und Gestik und Du kannst Deine Antennen direkt ausfahren. Die menschliche Mimik kann nicht lügen. Das ist der Vorteil - auch wenn es manchmal nur Bruchteile von Sekunden dauert, bis das Gesicht sich wieder “gefangen” hat, sprich: das Hirn begriffen hat, dass das Gesicht eine Regung zeigte.
Das hast Du in der virtuellen Welt nicht.
Warum ein Fake? Um eine - möglicherweise - bessere Ausgangslage zu bekommen? Ich biete dem Menschen, was er möchte und streue nach und nach das ein, was ich wirklich bin. In der Hoffnung, das am Ende des Tages ich ihn davon überzeugt habe, dass er MICH will und nicht das, was er sich vorher erträumt hat? Bei manchen soll das ein WE lang funktioniert haben
Wäre mir viel zu anstrengend, mich im Netz zu verstellen. Ich bin wie ich bin. Und zu Privates poste ich in öffentlichen Blogs und Foren einfach nicht. Damit bin ich in all den Jahren sehr gut gefahren.
Treffen mit Leuten aus dem Netz sind eine spannende Sache. Das hab ich schon öfters gemacht und in einem Fall hat sich daraus eine ganz tolle Freundschaft entwickelt. Und zu vielen halte ich nach wie vor Kontakt, nicht nur über’s Netz. Heisst dann wohl, ich hab die in echt nicht abgeschreckt
(Schlechte) Erfahrungen mit solchen Wannabe-Fakes muss man wohl einfach mal gemacht haben.
Viele meiner Freunde kenne ich aus dem Internet. Die haben sich im Laufe der Zeit so angesammelt und ehrlich gesagt, die meisten davon moechte ich auch nicht missen…
Die virtuelle Welt hat mir weiterhin zwei Beziehungen gebracht, wovon die zweite hoffentlich noch lange andauert.
Fakes sind mir dabei natürlich auch ueber den Weg gelaufen aber ich hatte von Anfang an ein ganz gutes Naeschen dafuer, wem ich vertrauen konnte und wem nicht. Das hat mir wahrscheinlich einige schlechte Erfahrungen erspart aber machte es nicht unbedingt leichter, vom Internet weg zu kommen.
Ich selbst habe nie bewusst gefakt, allerdings lebe ich im Internet einen voellig anderen Teil meiner Persoenlichkeit als im realen Leben. Daraus mache ich auch keinen Hehl, zumal einiges von dem, was frueher “nur” Knoetchen war, mittlerweile zu einem Teil meiner realen Persoenlichkeit geworden ist.
ich hatte auch einige blind-dates von so ner single-börse. furchtbar. die waren alle grauenhaft langweilig und man wusste sofort, warum die da angemeldet waren. wöh…
und dann fällt mir die decke auf den kopf, ich fahr weg und verliebe mich in einen aus meiner blog-roll. das ist schicksal
andere bekanntschaften aus dem netz möchte ich auch nicht mehr missen. wir bielefelder blogger treffen uns jetzt ja regelmäßig auch im real life. das ist lustig.
Frau Weitergelesen,
da stimme ich Dir auch voll und ganz zu. Sehe ich genauso.
@ Lily, wenn Du auf der Suche nach einer Beziehung/Liebe bist, wenn Du Dich von einem Wesen angesprochen fühlst, kommst Du nicht umhin, als mehr von Dir preiszugeben.
Du denkst, wie ein gesunder, rationaler Mensch denkt.
Internet-Junkies denken anders.
Das Buch wandert nun auf meinen Wunschzettel!
@Meg: ja, wenn mich einer anspricht muss ich mehr von mir preisgeben. Aber das muss ich ja dann nicht öffentlich in Blogs oder Foren tun
@ Meg: *lach* Das sagte ich ja - oder wollte es damit ausdrücken: In der Realität lässt man sich nicht so leicht aufs Glatteis führen, während man im Netz zu leicht geblendet wird.
Das mit den Veränderungen ist wirklich eine Rubrik für sich. Ich kenne leider zu viele Menschen, die einen auf Aussagen aus dem letzen Jahrhundert festnageln und nicht kapieren, dass sich ein Mensch ändert. Aber das ist ein anderes Thema.


@ Lily: Schön, wenn du das so konsequent durchziehen kannst. Ich finde, die vermeintliche Anonymität verleitet einen sehr schnell dazu, mehr von sich zu erzählen, als man vielleicht geplant hat.
@ Knoetchen: Bei mir ähnlich. Also der Punkt mit dem Ausleben des anderen Persönlichkeitsanteils. Wobei es ja auch praktisch ist, dass sich dieser Teil irgendwo ausleben kann. Er ist ja tatsächlich vorhanden und kein Fake, der aufgebaut wird, um andere Menschen in die Irre zu führen.
@ little james: Blind Dates? Grauenhaft. Niemals. Eher gehe ich ins Kloster.
@ Steffi:

@ Schneegespenst: Ist definitiv eine lustige Urlaubslektüre.